Anzahl und Verteilung der Apotheken in Deutschland

In Deutschland gibt es, Stand Ende März 2020, 18.987 Apotheken. Die Entwicklung ist seit 2010 rückläufig. 2010 gab es noch 21.249 Apotheken in Deutschland, was einem Rückgang von 2.262 Apotheken entspricht. Zu den Ursachen des Rückgangs gehören sowohl der Wettbewerb untereinander, als auch die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen. Dabei ist eine Entwicklung in Richtung Filialisierung zu beobachten. Es gibt immer weniger Einzelapotheken, bei steigender Zahl an Apotheken mit Filialstruktur. Diese Entwicklung ist auf das Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes von 2004 zurückzuführen, welches besagt, dass eine Apotheke bis zu drei Filialen unterhalten darf. Jede Filiale muss einen verantwortlichen Apotheker als Filialleiter haben und die Haupt- und Filialapotheken müssen in räumlicher Nähe zueinander liegen.

Verteilung auf Bundesebene

Im Bundesdurchschnitt kommen 23 Apotheken auf 100.000 Einwohner. Die Verteilung hängt unter anderem von der Einwohnerzahl, der Bevölkerungsstruktur und der Landesfläche der einzelnen Bundesländer ab.

Das Saarland hat mit 29 Apotheken auf 100.000 Einwohner die größte Apothekendichte in Deutschland. Gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 26 Apotheken auf 100.000 Einwohner. Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern haben immerhin noch 25 Apotheken auf 100.000 Einwohner. Schlusslicht sind die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg mit 21 Apotheken auf 100.000 Einwohner.

Umsatzentwicklung der Apotheken

Entwicklung der Apothekenzahl

Die Umsatzentwicklung der Apotheken in Deutschland ist positiv. 2017 wurde noch ein Umsatz (ohne MwSt.) von 49,05 € Mrd. erzielt. 2018 waren es 50,76 € Mrd. und 2019 bereits 54,15 € Mrd. Den meisten Umsatz machen die Apotheken dabei mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

Neben den stationären Apotheken sind seit 2004 auch Versandapotheken erlaubt. Es gibt insgesamt 2.920 Apotheken mit Versandhandelerlaubnis in Deutschland. Circa 150 davon betreiben aktiven Versandhandel (eigenen professionellen Webshop und Listung bei Preis-Suchmaschinen).

Im Bereich der Selbstmedikation (rezeptfreie Produkte) und Nichtarzneimitteln hat der Versandhandel bereits einen zweistelligen prozentualen Markanteil erreicht. Die öffentlichen Apotheken machten im Jahr 2019 mit rezeptfreien Arzneimitteln und Nichtarzneimitteln einen Umsatz von 7.837 € Mio., dies ist ein Marktanteil von 83,6%. Die Versandapotheken machten mit rezeptfreien Arzneimitteln und Nichtarzneimitteln einen Umsatz von 1.537 € Mio., dies entspricht einem Marktanteil von 16,4 %.

 

Auswirkung durch Corona

Die Corona-Pandemie hat den Apotheken ein starkes Umsatzplus beschert. So war der März 2020 der umsatzstärkste Monat seit 1994 (Beginn der Aufzeichnung durch Statistisches Bundesamt). Die Apotheken konnten ein preisbereinigtes Umsatzplus von 18,5 % gegenüber des Vorjahresmonats verzeichnen. Im August 2020 setzten Apotheken preis-, kalender- und saisonbereinigt 3,8 % mehr um als im Vormonat.

Im Zeitraum von Januar bis August 2020 konnten die Apotheken ein preisbereinigtes Umsatzplus von 3% zum Vorjahreszeitraum erwirtschaften.

 

Beschäftigungsstruktur

Arbeitsplaetze in Apotheken

Insgesamt gibt es im Jahr 2019 160.588 Beschäftigte in Apotheken deutschlandweit. Von den 160.588 Beschäftigten sind 143.804 weiblich (89,1%). Somit arbeiten nur 17.504 Männer in Apotheken. Der größte Männeranteil sind Apotheker mit 26,9 % (14.223 Apotheker).

Der Frauenanteil liegt bei nahezu 100 % (98,1 %) bei Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (32.195 Angestellte). Der Frauenanteil bei Pharmazeutisch-technische Assistenten liegt bei einem prozentualen Anteil von 96,9 % (66.160 Angestellte). Ähnlich sieht es bei Apothekerassistenten und Pharmazie-Ingenieuren aus. Der Frauenanteil liegt bei 96,8 % (4.816 Frauen).