Wie entwickelt sich die Zahl der Krankenhausschließungen 2026? In den vergangenen Jahren hat die Krankenhauslandschaft in Deutschland bedeutende Veränderungen erlebt. Viele Kliniken sind finanziell nicht mehr tragfähig, da sie Verluste schreiben und keine ausreichende staatliche Unterstützung erhalten. Hinzu kommt ein Mangel an Fachkräften. Die Krankenhausschließungen stellen eine Herausforderung für die Gesundheitsversorgung dar. Patienten müssen längere Wege in Kauf nehmen, insbesondere in ländlichen Gebieten. Die Belastung für die verbliebenen Krankenhäuser steigt, da sie mehr Patienten aufnehmen müssen. Zudem geht mit den Krankenhausschließungen auch ein Verlust von Arbeitsplätzen einher. Die im Oktober 2024 verabschiedete Krankenhausreform, zielt darauf ab, die medizinische Versorgung zu verbessern und die wirtschaftliche Stabilität der Kliniken zu sichern. Die Krankenhäuser sollen sich auf bestimmte Fachgebiete konzentrieren und so eine höhere Behandlungsqualität gewährleisten. Dabei geraten immer mehr Krankenhäuser durch die geänderten Finanzierungssysteme in eine schwierige wirtschaftliche Lage.
Erhalten Sie mit uns einen aktuellen Überblick über die Krankenhausschließungen 2026 in den jeweiligen Bundesländern.
Inhaltsverzeichnis
Krankenhausschließungen nach Monaten
Krankenhausschließungen Mai 2026
Mit dem Umzug der Gynäkologie an die Kliniken Nagold Anfang Mai, ist das Krankenhaus Herrenberg offiziell kein Krankenhaus mehr. Der Standort Herrenberg, der ebenso wie die Kliniken Nagold zum Klinikverbund Südwest gehört, wird in ein Integriertes Gesundheitszentrum (IGZ) umgewandelt. Die Umstrukturierung ist Bestandteil der 2023 beschlossenen Medizinkonzeption 2030. Am Standort Herrenberg bietet das IGZ ambulante Behandlungen im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) an. Zudem bleibt die Chemo-Ambulanz sowie die physiotherapeutischen Angebote bestehen. Weiterhin wird es auch 40 Betten für die stationäre Basisversorgung in den Fachbereichen Innere Medizin/Allgemeinmedinzin in Herrenberg geben. Das ehemalige Krankenhaus Herrenberg verfügte über 150 Betten.
Ende Mai hat die Klinik Tettnag geschlossen. Das Krankenhaus mit 140 Betten gehörte zum Klinikverbund Medizin Campus Bodensee, welcher im November 2025 in die Insolvenz gerutscht war. Bereits im Verlauf der vergangenen Jahre waren die Intensivstation, die Innere Medizin und die Geburtshilfe am Krankenhaus Tettnang geschlossen worden.
Krankenhausschließungen im April 2026
Im April 2026 sind keine Krankenhausschließungen zu verzeichnen.
Krankenhausschließungen im März 2026
Ebenfalls zum 31.03.2026 hat die Rotkreuzklinik Würzburg geschlossen. Das Krankenhaus verfügte über 100 Betten und behandelte mehr al 4.000 Patienten pro Jahr. Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Betreibergesellschaft ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Trägerin der Rotkreuzklinik Würzburg war der Klinikverbund der Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz.
Zum 31.03.2026 wurde die stationäre Abteilung des Regionalen Gesundheitszentrums (RGZ) im BürgerGesundheitsPark Bad Gandersheim geschlossen, wie die Universitätsmedizin Göttingen als Betreiberin mitteilte. Grund dafür sind fehlende strukturelle Rahmenbedingungen und eine dauerhaft unzureichende Auslastung der 25-Betten-Station für Allgemeine Innere Medizin. Diese Einheit wurde am 29. Januar 2024 eröffnet. Der BürgerGesundheitsPark, der im Sommer 2023 gegründet wurde, befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses Bad Gandersheim. Gesellschafter sind der Landkreis Northeim, die Universitätsmedizin Göttingen und die Stadt Bad Gandersheim. Die ambulanten Angebote am Standort bleiben weiterhin bestehen.
Krankenhausschließungen im Februar 2026
Anfang Februar wurde das Paulinenkrankenhaus in Bad Bentheim, Niedersachsen geschlossen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Träger, die Mathias Stiftung, eine Schließung bis spätestens 31.03.2026 angekündigt. Die belegärztlich geführte rein orthopädische Fachklinik mit einem zertifizierten Endoprothetikzentrum, befand sich seit 2009 in Trägerschaft der Stiftung Mathias-Spital Rheine. Aufgrund des hohen Investitions- und Instandhaltungsbedarfs hatte sich der Träger zur Schließung des Krankenhauses mit 39 Betten entschlossen.
Krankenhausschließungen im Januar 2026
Die erste Krankenhausschließung im Jahr 2026 betrifft die Schlosspark-Klinik in Berlin. Das Krankenhaus mit 340 Betten war seit Sommer vergangenen Jahres von einem Insolvenzverfahren betroffen. Das Insolvenzverfahren führte zur Schließung fast aller Fachabteilungen. Die Fachbereiche Psychiatrie und Neurologie wurden zum 01.02.2026 von den Alexianern übernommen. Die Psychiatrie bleibt bis Ende 2027 am aktuellen Standort. Die Neurologie wird in das Alexianer St. Gertrauden-Krankenhaus in Berlin-Wilmersdorf umziehen. Die Schlosspark-Klinik gehörte zu den Park-Kliniken Berlin, einem Klinikverbund in privater Trägerschaft.
Liste der Insolvenzen im Gesundheitsmarkt
- Alle Insolvenzen aus dem Gesundheitsmarkt
- Auf Grundlage offizieller Handelsregistereinträge
- Aufbereitet im Excel-Format






Über den Autor
Katharina Knauf
Mein Name ist Katharina Knauf, ich bin Diplom-Sozialpädagogin mit Master in Leadership and Communication Management und habe mich auf die Themen Recht, Soziologie, Politik und Sozialmedizin spezialisiert, um Sie dabei zu unterstützen, den Gesundheitsmarkt aus ökonomischer Sicht zu betrachten, ohne dabei seine spezifischen Besonderheiten aus den Augen zu verlieren.