Im folgenden Fachartikel geben wir Ihnen einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen der Ambulantisierung im Gesundheitswesen und erhalten von Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Stefan Hargasser, geschäftsführender Gesellschafter der anest-Gruppe, eine exklusive Expertenmeinung sowie Einordnung der gesundheitspolitischen Geschehnisse unter ökonomischen Gesichtspunkten. Zudem erhalten Sie einen detaillierten Einblick in das Konzept der anest-Gruppe. 

Aktuelle Markteinschätzung

„Es ist notwendig, dass die Strukturen für das ambulante Operieren neu aufgestellt werden“, so Prof. Dr. Dr. Hargasser, geschäftsführender Gesellschafter der anest Gruppe. Die stationäre sowie ambulante Versorgungsstruktur befindet sich fortlaufend angesichts der Ambulantisierung in einem Umbruch. Im Zuge der Einführung von Hybrid-DRGs, Erweiterung des AOP-Katalogs und der Krankenhausreform soll die Ambulantisierung im deutschen Gesundheitswesen vorangetrieben und Operationen aus dem stationären in den ambulanten Sektor verlagert werden. Demnach sollen Krankenhäuser zukünftig deutlich mehr Leistungen ambulant erbringen. Das stellt die Häuser nicht nur vor finanzielle Probleme, auch der Umbau der Krankenhausstrukturen und -prozesse ist aufwändig. Angesichts der sich immer zuspitzenden wirtschaftlichen Lage vieler Krankenhäuser soll auch mit weiteren Klinikschließungen gerechnet werden. Fraglich ist daher, ob Krankenhäuser die steigende Nachfrage nach ambulanten Operationen auffangen können. Eine erfolgreiche Ambulantisierung gelinge daher nur zusammen mit den niedergelassenen Vertragsärzten. 

Doch verfügt das deutsche Gesundheitswesen über die dafür nötigen ambulanten OP-Strukturen? Welche Rolle werden ambulante OP-Zentren sowie Anästhesistinnen und Anästhesisten künftig bei der ambulant operativen Versorgung spielen? Antworten auf diese sowie weitere Fragen und wie die anest Gruppe mit einem ganzheitlichen Ansatz bei der Schaffung ambulant operativer Strukturen ein nachhaltiges innovatives Versorgungsmodell im Raum München schafft, liefert Prof. Dr. Dr. Hargasser, geschäftsführender Gesellschafter der anest Gruppe in einem Experteninterview.  

Fünf Fragen an die anest Gruppe

Quelle: www.anest.de

Wir freuen uns sehr mit Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Stefan Hargasser, geschäftsführender Gesellschafter der anest-Gruppe, uns eine Expertenmeinung zum Thema Ambulantisierung im Gesundheitswesen einzuholen, aktuelle Entwicklungen unter gesundheitsökonomischen Gesichtspunkten für Sie einzuordnen sowie einen detaillierten Einblick in das innovative Versorgungskonzept der anest-Gruppe zu erhalten.

Gesundheitsmarkt.de: Die aktuelle Krankenhausreform sieht vor, dass Teile der Krankenhauslandschaft zukünftig ambulante Versorgungsaufgaben übernehmen sollen. Wie bewerten Sie diese Entwicklung und entsteht hier Ihrer Meinung nach eine Chance für den Aufbau von nachhaltigen ambulanten OP-Strukturen? 

Prof. Dr. Dr. Hargasser: „Grundsätzlich hat sich in der Politik die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Schaffung von neuen ambulanten Strukturen als Ersatz für stationäre Strukturen eine Versorgung der Bevölkerung mit medizinischen Leistungen sicherstellt, ohne dass Qualitätsverluste zu befürchten sind. Im Gegenteil, wenn wir auf das Thema der ambulanten Operationen blicken, dann ist die ambulante Operation unter medizinisch wissenschaftlichen Aspekten der stationären Operation vorzuziehen. In der Tat ist aber vonnöten, dass die Strukturen für das ambulante Operieren neu aufgestellt werden. 

Insbesondere unter wirtschaftlichen Aspekten sind die Gegebenheiten unter dem einheitlichen Bewertungsmaßstab nicht auskömmlich genug, um eine solide ambulante Struktur auf die Dauer zu entwickeln und zu erhalten. Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der ambulanten OP-Zentren würde den Aufbau von nachhaltigen Strukturen zweifelsohne fördern.“

Gesundheitsmarkt.de: Inwieweit wird sich die zunehmende Ambulantisierung auf die Praxenlandschaft in der Anästhesie auswirken? Welche Rollen werden Anästhesistinnen und Anästhesisten künftig in der ambulant operativen Versorgung spielen? 

Prof. Dr. Dr. Hargasser: „Die zunehmende Ambulantisierung wird die Praxenlandschaft im Fach der Anästhesiologie stark beeinflussen. Die Strukturen gegen die gegenwärtige Form sind sehr kleinteilig und deshalb unter der Vorstellung, dass Anästhesiologen ambulante OP-Zentren entwickeln, gründen und leiten nicht geeignet, da die finanzielle Stabilität in den allermeisten Fällen nicht ausreichend gegeben ist.  

Durch Zusammenschlüsse und insgesamt größere anästhesiologische Praxisstrukturen wird es möglich sein, die Rolle der Anästhesisten in der ambulant operativen Versorgung zu erhöhen.  Diese Entwicklung würde sinnvoll sein, da Anästhesiologen die idealen Betreiber von ambulanten operativen Einheiten sein können und diese Entwicklung es ermöglicht, dass Operateure aller Fachrichtungen unter einem Dach sinnvoll ihre Patienten behandeln können.“ 

Gesundheitsmarkt.de: Wie beurteilen Sie den aktuellen Grad der Digitalisierung in der ambulanten operativen Versorgung in Deutschland? 

Prof. Dr. Dr. Hargasser: „Der aktuelle Grad der Digitalisierung in der ambulanten operativen Versorgung in Deutschland kann als unzureichend beschrieben werden. Derzeit sind keine sinnvollen und effizienten digitalen Lösungen für das ambulante Operieren am Markt.“ 

Gesundheitsmarkt.de: Welchen Stellenwert hat die Digitalisierung für die anest-Gruppe? 

Prof. Dr. Dr. Hargasser: „Die Digitalisierung hat in der anest– Gruppe einen hohen Stellenwert. Dies drückt sich dadurch aus, dass wir derzeit das erste kommerziell verfügbare digitale System zur Prozesssteuerung im ambulanten operativen Bereich einführen.“ 

Gesundheitsmarkt.de: Was sind die Erfolgsfaktoren der anest-Gruppe beim Aufbau von Versorgungsstrukturen für das ambulante Operieren innerhalb von München?  

Prof. Dr. Dr. Hargasser: „Aus unserer Sicht gehört zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren ein ganzheitlicher Ansatz bei der Schaffung ambulant operativer Strukturen. Dieser sieht vor, dass der Operateur, den wir als ärztlichen Partner betrachten sowie als Kunden behandeln, eine komplette Dienstleistung erhält. Diese beinhaltet eine präoperative Auswertung und Aufbereitung von Patientendaten, Prämedikation durch Anästhesisten, intraoperative Betreuung während der Operation, eine postoperative Betreuung sowie das Management von Systemen und Personal. Mit diesem Full-Service können sich Operateurinnen und Operateure rein auf die operative Patientenversorgung konzentrieren. 

Gesundheitsmarkt.de: Die anest-Gruppe bietet im Großraum München ein innovatives intersektorales Versorgungmodell an. Inwieweit ist das anest-Konzept auf andere Regionen in Deutschland übertragbar? 

Prof. Dr. Dr. Hargasser: „Unabhängig von der Region ist das Modell überall in Deutschland einsetzbar. Die regulatorische Situation unterscheidet sich in Deutschland nicht wesentlich, sodass die Prinzipien des ambulante Operierens vom Patienten, die wir in München praktizieren, auch in anderen Regionen Deutschlands problemlos übertragbar sind.“ 

Gesundheitsmarkt.de: Der demografische Wandel ist in Deutschland längst angekommen. Gibt es Ihrer Meinung nach einen Alterseffekt bei der Präferenz von ambulanten vs. stationären Operationen?  

Prof. Dr. Dr. Hargasser: „Ich sehe zwischen dem Alter der Patienten und der Nutzung einer ambulanten OP-Einrichtung keinerlei Zusammenhang. Die älteren Patienten sind durchweg mit ambulanten OP-Einrichtungen bereits konfrontiert oder werden auf lange Sicht damit konfrontiert sein. Denn einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe in Deutschland, die Kataraktoperation zur Behandlung des grauen Stars, wird fast ausnahmslos ambulant durchgeführt. Dies geschieht ohne Komplikationen. Wir selbst haben innerhalb der anest-Gruppe Erfahrung mit weit über 100.000 Patienten in diesem Bereich. Auch unabhängig vom Alter der Patienten werden ambulante Behandlungsformen gut angenommen, aber auch mit hoher Qualität durchgeführt und von den Patienten sehr gut vertragen.“ 

Kurzprofil der anest-Gruppe

Innerhalb des Gesundheitswesens gibt es ein zunehmendes Bewusstsein für eine disziplinübergreifende perioperative medizinische Versorgung. Die Anest-Gruppe leistet hierzu mit ihrer Struktur und Leistungsangeboten einen bedeutenden Beitrag für eine Rundumversorgung vor, während und nach einer Operation. Sie bietet mit ihren dynamischen Unternehmen im Großraum München eine einzigartige Verbindung von innovativer operativer Versorgung wie sie von Patienten, Krankenkassen und Politik gefordert wird. Bei der Erbringung von ambulanten und stationären Behandlungen steht die Gesundheit des Patienten an oberster Stelle. Die Einrichtungen der anest-Gruppe in den Bereichen ambulante und stationäre Operationen, Allgemeinmedizin, Anästhesie sowie Sterilgutaufbereitung sind mittlerweile schon über 20 Jahre im Medizinbereich überaus erfolgreich tätig. Die folgende Abbildung gibt Ihnen einen Überblick zu allen Einrichtungen der anest Gruppe.

Einrichtungen der anest-Gruppe im Überblick


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