Das Berliner Health-Tech-Unternehmen Recare übernimmt die adexto GmbH, einen auf Abrechnung, Forderungsmanagement und MD-Prüfverfahren spezialisierten Dienstleister für Krankenhäuser. Das schreibt das Unternehmen in einer Pressemeldung. Mit der Übernahme macht Recare die Expertise des adexto-Teams skalierbar und über seine Plattform deutschlandweit für Krankenhäuser zugänglich.
Recare stärkt KI-Lösungen für Abrechnung und Medizinischen Dienst
Das übernommene Know-how fließt in die Weiterentwicklung in die der KI-Lösungen Recare Coding und Recare MD Management sowie neue Lösungen für die stationäre Abrechnung. Recare Coding unterstützt Kodierfachkräfte mit KI-basierten Kodiervorschlägen – fallbegleitend oder nach der Entlassung. Recare MD Management bereitet bei Anfragen des Medizinischen Dienstes relevante Informationen aus der Patientenakte auf und erstellt Widerspruchsschreiben, um den gesamten MD-Prozess zu vereinfachen. Alle Vorschläge werden dabei von Fachkräften geprüft und freigegeben
„Mit der Akquisition von adexto holen wir tiefes operatives Wissen aus der Krankenhausabrechnung und dem Umgang mit Prüfverfahren zu uns. Gemeinsam mit der technologischen Reichweite unserer Plattform schaffen wir so die Grundlage für einen durchgängig KI-gestützten Behandlungsfall. Unser Ziel ist es, von einer Verbesserung der Dokumentationsqualität ausgehend fallbegleitend eine Verbesserung und Unterstützung aller Erlösoptimierungs- und Abrechnungsprozesse zu erreichen. Damit wollen wir Kliniken je nach Verbundgröße 10 bis 100 Millionen Euro Ertrag pro Jahr sichern“, sagt Maximilian Greschke, Gründer und CEO von Recare.
Mehr Prüfdruck, weniger Fachkräfte – Recare und adexto setzen auf KI als Lösung
Ab 2027 dürfen Krankenkassen deutlich mehr Klinikrechnungen prüfen – das erhöht den Druck auf Medizincontrolling und Kodierung, wo schon heute Fachkräfte fehlen. Recare und adexto wollen genau diese Lücke schließen: Durch den gezielten Einsatz von KI sollen knappe Ressourcen entlastet und Erlöse auch unter verschärften Prüfregeln gesichert werden. Recare etabliert sich damit als zentrale KI-Infrastruktur für die Krankenhausverwaltung.
„Wir erleben täglich, wie viel hochspezialisiertes Wissen und manuelle Arbeit in jedem Schritt steckt: von einer korrekten Krankenhausabrechnung über die Bearbeitung von Prüfverfahren bis zum Nachhalten des Zahlungseingangs der damit verbundenen Forderungen. Gemeinsam mit Recare können wir diese Erfahrung nun mit Technologie verbinden und einer deutlich größeren Zahl von Krankenhäusern zugänglich machen“, sagt Stefan Starke, Geschäftsführer von adexto.
Mehr Liquidität für Krankenhäuser durch automatisierte Abrechnung
Recare bildet mit seiner Plattform bereits weite Teile des Behandlungsfalls ab: Die Dokumentation entsteht KI-gestützt während des laufenden Falls, Kodierung und MD-Management werden durch KI-Agenten unterstützt. Mit der Übernahme von adexto kommt nun Fachexpertise in der stationären und ambulanten Abrechnung sowie in Erörterungsverfahren mit dem MD hinzu. Ziel ist es, dieses Know-how durch KI-Agenten in skalierbare Services zu überführen – und Krankenhäusern so kurzfristig mehr Liquidität durch Forderungsabbau und Abrechnungsautomatisierung zu verschaffen.
adexto bleibt vorerst eigenständig
adexto bleibt zunächst als eigenständige Einheit erhalten – Stefan Starke führt das Unternehmen weiter, Ansprechpartner für Kunden bleiben dieselben. Langfristig ist die vollständige Integration in Recare geplant.
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Über den Autor
Katharina Knauf
Mein Name ist Katharina Knauf, ich bin Diplom-Sozialpädagogin mit Master in Leadership and Communication Management und habe mich auf die Themen Recht, Soziologie, Politik und Sozialmedizin spezialisiert, um Sie dabei zu unterstützen, den Gesundheitsmarkt aus ökonomischer Sicht zu betrachten, ohne dabei seine spezifischen Besonderheiten aus den Augen zu verlieren.