Seit der Einführung der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) durch das GKV-Modernisierungsgesetz 2004 wächst diese Kooperationsform stetig, wobei die GmbH die häufigste Gesellschaftsform ist. Gemäß § 95 Abs. 1a SGB V dürfen seit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz, das am 01.01.2012 in Kraft trat, nur Vertragsärzte, zugelassene Krankenhäuser nach § 108 SGB V und nichtärztliche Dialyseeinrichtungen nach § 126 Abs. 3 SGB V als Gesellschafter einer MVZ-Trägergesellschaft fungieren, während alte MVZs Bestandsschutz behalten. Deshalb muss jeder Gesellschafter irgendwo in Deutschland eine Zulassung als Vertragsarzt oder Krankenhaus besitzen. Finanzinvestoren beteiligen sich üblicherweise über ein zugelassenes Krankenhaus nach § 108 SGB V, in das sie investieren. Diese werden als investorenbetriebene MVZs (iMVZs) bezeichnet.

Die aktuelle Entwicklung im Jahr 2026 

Im ersten Quartal 2026 wurden deutschlandweit insgesamt 64 Neugründungen von Medizinischen Versorgungszentren gezählt. Im Vergleich zu den MVZ-Neugründungen im ersten Quartal 2025, bedeutet dies ein Plus von 28%. Von Januar bis März 2026 wurden die meisten MVZs in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (19), Baden-Württemberg (7), und Hessen (7) gegründet. 

Anzahl der MVZ- Neugründungen in den Monaten Januar bis März 2026

MVZ- Neugründungen 2026– Regionale Verteilung

Die folgende Grafik bildet die regionale Verteilung der MVZ- Neugründungen ab. Dabei sind im bisherigen Jahresverlauf die meisten Neugründungen von MVZs in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen zu zählen. Die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Schleswig-Holstein haben im bisherigen Jahresverlauf keine MVZ-Neugründungen zu verzeichnen. Tendenziell ist in den westlichen Bundesländern eine höhere Zahl an Neugründungen von Medizinischen Versorgungszentren zu beobachten als in den östlichen Bundesländern.

Anzahl der MVZ Neugründungen nach Bundesländern

Neugründungen im März 2026 

Der März 2026 brachte bundesweit 19 neue Medizinische Versorgungszentren hervor. Regional lag Nordrhein-Westfalen mit vier Neugründungen erneut vorn. Auch Hessen, Brandenburg, Berlin, Niedersachsen und Baden-Württemberg verzeichneten jeweils mehrere neue Standorte, während andere Bundesländer mit Einzelgründungen vertreten waren. Ein Blick auf die bisherige Jahresbilanz 2026 verdeutlicht die dominante Rolle Nordrhein-Westfalens: Mit bereits 19 gegründeten MVZ liegt das Land deutlich an der Spitze. Erst mit spürbarem Abstand folgen Baden-Württemberg und Hessen mit jeweils sieben Neugründungen. Fachlich prägte im März vor allem die Allgemeinmedizin das Geschehen. Sechs der neu gegründeten MVZ entfallen auf diesen Bereich und unterstreichen den hohen Bedarf an hausärztlicher Versorgung. Die Zahnmedizin folgt mit vier Neugründungen. Bei mehreren Standorten ist der fachliche Schwerpunkt derzeit noch nicht öffentlich ausgewiesen. Zu den Neugründungen zählen unter anderem die auf Zahnmedizin spezialisierte caradent zahnärzte-team MVZ GmbH in Koblenz (Rheinland-Pfalz) sowie die in der Allgemeinmedizin tätige Medizinisches Versorgungszentrum Hastedt GmbH in Bremen.

Neugründungen im Februar 2026

Im Februar 2026 wurden bundesweit 22 Medizinische Versorgungszentren neu gegründet. Damit setzt der Monat den Trend eines stabilen Gründungsniveaus fort und unterstreicht die anhaltende Dynamik im ambulanten Versorgungsmarkt. Den größten Schwerpunkt bildet Nordrhein-Westfalen mit acht Neugründungen – rund 36 % aller im Februar registrierten MVZ-Neugründungen. Auch andere westliche Bundesländer wie Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen zeigten sich aktiv, während die Neugründungen in den östlichen Bundesländern deutlich seltener ausfielen. Thüringen verzeichnete lediglich ein neues MVZ. Fachlich setzte sich im Februar erneut die Zahnmedizin an die Spitze mit sechs Neugründungen, gefolgt von der Orthopädie mit drei sowie Psychiatrie und Psychotherapie und der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde mit jeweils zwei neuen Zentren. Beispiele für aktuelle Neugründungen sind das MVZ Orthopädie am Kö-Bogen in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) oder das Wendepunkt MVZ für Psychotherapie in Wiesbaden (Hessen). 

Neugründungen im Januar 2026 

Das neue Jahr startet mit 23 MVZ-Neugründungen deutlich stärker als der Januar 2025, in dem 16 Neugründungen registriert wurden. Der Jahresauftakt signalisiert somit eine anhaltend hohe Dynamik im MVZ-Sektor. Regional zeigt sich eine klare Schwerpunktbildung: Nordrhein-Westfalen führt mit sieben Neugründungen die Statistik an und knüpft damit an seine starke Position aus dem Vorjahr an. Fachlich dominiert im Januar klar die Zahnmedizin: Insgesamt 11 der Neugründungen entfallen auf diesen Bereich und unterstreichen die weiterhin hohe Attraktivität zahnmedizinischer Versorgungsstrukturen im MVZ-Format. Zu den Neugründungen zählen unter anderem die Zahnmedizin Dr. Boeck MVZ GmbH in Leonberg (Baden-Württemberg) sowie die MVZ Zahnarztpraxis Jahns GmbH in Staßfurt (Sachsen-Anhalt). Auch zum Jahresbeginn 2026 zeigt sich weiterhin ein Ost-West-Gefälle bei den Neugründungen von Medizinischen Versorgungszentren. Der Großteil der neuen Zentren entsteht in den westlichen Bundesländern, während die Zahl der Gründungen im Osten insgesamt niedriger bleibt.


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