Gesundheitsmarkt.de hat in diesem Jahr erstmals die „Top 40 unter 40 im Gesundheitsmarkt“ ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung werden Führungspersönlichkeiten unter 40 gewürdigt, die die Branche aktiv mitgestalten. Dominik Stolle, Cluster Pflegedirektor bei der Helios Kliniken GmbH ist einer von ihnen. Im folgenden Interview spricht Dominik Stolle über seinen Bezug zur Gesundheitsbranche und seine persönliche Motivation, benennt aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze und äußert sich zu den Themen Technologie, Innovation sowie den Zukunftsaussichten im Gesundheitsmarkt.

Top 40 unter 40 im Gesundheitsmarkt

Dominik Stolle – Cluster Pflegedirektor Helios Kliniken GmbH

Seid immer offen für Neues, hört auf die Stimmen der Mitarbeitenden und bleibt kreativ, wenn es darum geht, Lösungen zu finden. 

Branchenbezug & persönliche Motivation

Gesundheitsmarkt: Was war Ihre bisher größte Herausforderung als Führungskraft – und wie haben Sie sie gemeistert?

Dominik Stolle: Die Zusammenlegung großer Team-Einheiten; Die große Herausforderung, wenn verschiedene Teams mit unterschiedlichen Abläufen, Teamdynamiken, Team-Verständnissen zusammengelegt werden, besteht oftmals in der heterogenen Gesamtheit großer Teams. Hier erfordert es eine klare Kommunikation und Moderation, welche transparent die Gründe und Ziele einer solchen Umsetzung darlegen. Des Weiteren muss eine kontinuierliche Begleitung des Prozesses sowie regelmäßige Evaluation erfolgen. Nur so kann eine Team-Zusammenführung langfristig erfolgreich sein.

Gesundheitsmarkt: Wie hat sich Ihre Sicht auf Führung im Gesundheitsmarkt seit Ihrem Einstieg verändert?

Dominik Stolle: Es wird mehr hinterfragt – was eine positive Entwicklung ist. Diese bedingt jedoch auch, dass Prozesse und Hintergründe noch mehr erklärt und noch transparenter dargelegt werden sollten.

Gesundheitsmarkt: Welches Buch oder welchen Podcast würden Sie jungen Führungskräften im Gesundheitsmarkt empfehlen?

Dominik Stolle: Ein Podcast oder ein Buch, welches ausnahmsweise nichts mit dem Gesundheitsmarkt zu tun hat.

Herausforderungen & Lösungsansätze

Gesundheitsmarkt: Welche strukturellen Probleme im Gesundheitsmarkt sind Ihrer Meinung nach noch zu wenig im Fokus? 

Dominik Stolle: Der Fachkräftemangel in Kombination mit dem immer komplexer werdenden Dokumentations-Erfordernis. Dieses ist aus meiner Sicht eine Entwicklung, die zusätzliches Knowhow und Ressourcen erfordert, jedoch auf dem ohnehin schon angespannten Fachkräftemarkt, eine zusätzliche Mehrbelastung darstellt.

Gesundheitsmarkt: Welche Veränderungen wünschen Sie sich in der Gesundheitsbranche?

Dominik Stolle: Den Akuteren mehr Freiheiten in der Ausgestaltung von Strukturen und Prozessen zu geben.

Technologie & Innovation

Gesundheitsmarkt: Wie erleben Sie den Einsatz digitaler Tools in Ihrem Unternehmen – eher als Hilfe oder als Belastung?

Dominik Stolle: Durch die immer sichtbarere Einbindung von AI und digitaler Kompetenz heranwachsender Generationen im Berufsleben, ist die Akzeptanz und Anwendung digitaler Hilfsmittel stark gestiegen. Im Besondern die künstliche Intelligenz wird aus meiner Sicht in Zukunft eine elementare Rolle bei der Unterstützung in Dokumentation, Anamnese und der Optimierung von Patientenpfaden innerhalb der Klinik einnehmen. Dieses ist bereits heute spürbar.

Gesundheitsmarkt: Welche technologischen Entwicklungen könnten Ihrer Meinung nach den Gesundheitsmarkt wirklich entlasten?

Dominik Stolle: Eine automatisierte und KI-gestützte Dokumentation und Schichtplanung. Auch das Modul- und Bestellwesen kann hier unmittelbar profitieren. Wenn dieses komplett automatisiert und KI gestützt Bestellungen ausführt und Lieferungen terminiert – immer im Kontext auf die aktuellen Patient:innen-aufkommens, kann dieses sowie aus wirtschaftlicher Sicht, also auch in der Belegungssteuerung einen merklichen Unterschied generieren.

Zukunftsaussichten

Gesundheitsmarkt: Welche Trends werden Ihrer Meinung nach die Branche am stärksten prägen?

Dominik Stolle: Hier ist unweigerlich das Thema künstliche-Intelligenz zu benennen. Nicht in der Form, dass es aktuelle Fachkräfte ersetzen kann, sondern eher in der Form der Unterstützung von Fachpersonal und um zukünftige größer werden Erfordernisse von Fachpersonal teilweise zu kompensieren, bei trotzdem gleichbleibender Qualität und ggf. einer Steigerung Dieser.

Gesundheitsmarkt: Welche Entwicklungen im Markt beobachten Sie aktuell mit besonderem Interesse?

Dominik Stolle: Den Trend, dass Kliniken sich vom Modell des Leasing-Personals immer mehr abwenden und eigene Modelle entwickeln.


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